Selten waren wir in der Leistungsklasse beim Waterland-Marathon in Amsterdam so nah am Podest wie bei dieser 51. Ausgabe des internationalen Klassikers: Marcel belegte den vierten Platz.
Die Bedingungen vor Ort waren so sommerlich wie zu diesem Event nur selten. Es war warm, es war nicht stürmisch, sondern „nur“ windig, gefahren wurde der 24 Kilometer lange Rundkurs mit zwei Portagen. Ungewöhnlich stark war Marcel Start, denn es gelang ihm sich von Beginn an gegen die unmittelbar neben ihm liegenden Boote durchzusetzen. Bereits nach wenigen hundert Metern fand er sich in der Führungsgruppe wieder, die schnell aus nur noch fünf Booten bestand. Hier leistete er auch Führungsarbeit, das Grundtempo war hoch, der Abstand zu den nächsten Verfolgergruppen und dem Hauptfeld wuchs schnell an.
Nach knapp fünf Kilometern wollte es der Vorjahressieger James Russell (Großbritannien) aber wissen und verschärfte das Tempo nochmal deutlich. Marcel, zu diesem Zeitpunkt gerade auf einer zweiten Welle (und somit nicht direkt bei Russell auf der Welle) unterwegs konnte das hohe Tempo zu diesem frühen Zeitpunkt im Rennen nicht halten und musste abreißen lassen. So stark das Rennen begann, so sehr ärgerte sich Marcel im Nachgang über diese vielleicht rennentscheidende Situation. Denn auf den folgenden Kilometern konnte Marcel den Anschluss nicht wieder herstellen, die Führungsgruppe blieb über einen langen Zeitraum zusammen. Den weiteren Verfolgern gelang es über viele Kilometer aber auch nicht, Marcel einzuholen, der das Rennen somit zwar auf einer Top-Platzierung, aber eben alleine fahren musste. Sowohl die erste also auch die berühmte zweite Portage (mit Ausstieg auf dem Ufer) absolvierte er fehlerlos.
Die Führungsgruppe hatte sich auf den letzten Kilometern dann zwar auch aufgesplittet, der Abstand war aber zu groß. Stattdessen wurde Marcel vom Portugiesen Aimar Amundarain und dem Dänen Nicolai Thompsen eingeholt. Hier konnte er erstmals wieder kurz auf einer Welle fahren, leistete dann aber schnell wieder Führungsarbeit, damit sich die Konkurrenz gar nicht erst erholen konnte. Die Strategie ging auf: Im Endspurt hatten beide keine Kraft mehr, um den vierten Platz von Marcel zu gefährden.
Das Fazit des Rennens fällt überwiegend positiv aus: Zunächst ist die Platzierung sehr stark und vor allem das Training an den bisher größten Schwächen (Start- und Sprintfähigkeit) hat sich ausgezahlt, auch wenn da natürlich weiterhin Luft nach oben ist. Gezeigt hat sich aber auch, dass ein kleiner taktischer Fehler bei zahlreichen taktischen Entscheidungen im Rennverlauf große Auswirkungen haben kann.







